So geht Urlaub: Schnäppchen auf Buchungsportalen finden

So geht Urlaub: Schnäppchen auf Buchungsportalen finden


Ein paar Klicks und schon ist der günstige Urlaub gebucht? Ganz so einfach ist es leider nicht. Experten geben Tipps, wie Reisende auf Buchungsportalen die besten Angebote finden.

Vor dem Urlaub kommt die Arbeit – jedenfalls bei Individualreisen. Denn um gute und günstige Angebote im Internet zu finden, braucht es Zeit. Buchungsportale versprechen, Ordnung in die vielen Angebote zu bringen. Aber nicht immer gelingt das auf den ersten Klick. Wie die günstige und effiziente Suche klappt.

Die Liste neu sortieren

Viele Buchungsportale haben ein riesiges Angebot. „Nutzer erkennen nicht immer, warum eine Unterkunft oben steht“, heißt es von der Stiftung Warentest, die die Portale Ende 2019 untersuchte. „Es kann auch vorkommen, dass Hotels für ihre Platzierung bezahlt haben.“ Zudem werteten die Portale auch die digitalen Spuren der Nutzer aus, um ihnen Unterkünfte zu zeigen, die vermeintlich ihrem Geschmack entsprechen. Die Tester empfehlen deshalb: umsortieren. Verbraucher können etwa eine Auflistung nach den günstigsten Preisen oder den besten Kundenbewertungen einstellen.

Die Vielzahl der Angebote lässt sich nach Angaben des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland (EVZ) in Kehl auch durch weitere Filter eingrenzen. Die Entfernung des Hotels zum Bahnhof sei etwa für Reisende ohne eigenes Auto interessant, gibt Juristin Sabine Blanke vom EVZ als Beispiel. Für Autofahrer wiederum kann es sich lohnen, Unterkünfte mit kostenlosen Parkplätzen herauszufiltern.

Stornierungsoptionen und Ausstattungsmerkmale

„Wir empfehlen in der Corona-Zeit außerdem unbedingt, eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit einzustellen“, sagt Blanke. Um die günstigsten Preise zu finden, könne es sich zudem lohnen, bestimmte Optionen wegzulassen. „Ein teures Frühstück zum Beispiel kann den Preis verfälschen.“

Sind einem bestimmte Ausstattungsmerkmale wichtig? Das lässt sich berücksichtigen. Filter wie ein Pool oder eine eigene Küche in der Unterkunft können Nutzer einstellen.

Schlechte Bewertungen lesen

Bei den Bewertungen der Portale rät Stiftung Warentest, zuerst die schlechten zu lesen und zu schauen, ob das, was bemängelt wurde, gravierend ist. Demnach ist es auch sinnvoll, zu prüfen, auf wie vielen Bewertungen ein Gesamturteil basiert. Die Tester empfehlen übrigens, die typischen Warnungen der Webseiten, dass das Angebot knapp sei, schlicht zu ignorieren.

„Oft lohnt es sich auch, Hotels oder Gastgeber direkt zu kontaktieren“, heißt es im Testbericht. In vielen Fällen böten sie die gleichen oder gar niedrigeren Preise an, sagt auch das EVZ. Juristin Blanke nennt die Vorteile der Buchungsseiten: „Auch Buchungen im Ausland funktionieren in deutscher Sprache und durch Mitgliedschaften bekommen Sie oft sehr günstige Angebote.“ Auch die Tester urteilen: „Von kleineren Schwächen abgesehen bucht es sich auf den Portalen entspannt.“

Noch mehr Buchungstipps

Das EVZ empfiehlt dennoch, ein bestimmtes Hotel auch über allgemeine Preisvergleichsportale im Netz zu suchen. So bekommen Reisende eine Übersicht über die Preise bei verschiedenen Anbietern. „Wir raten dazu, immer zu vergleichen“, betont Blanke. Auch Cookies und den Browserverlauf zu löschen oder mal mit einem anderen Gerät zu suchen, kann sich demnach lohnen.

Außerdem sind Blanke zufolge frühzeitige Buchungen meist günstiger. Oft sei es zudem sinnvoll, statt im eigentlichen Wunschort auch mal in den umliegenden Städten zu schauen, ob die Preise für Hotels dort nicht viel günstiger sind.

Den richtigen Flug finden

Auch auf den Flug-Buchungsportalen können Kunden sich die Ergebnisse sinnvoll auflisten und sich etwa die günstigsten Flüge oder die schnellsten Flugzeiten anzeigen lassen.

Die Stiftung Warentest bemängelt, dass viele Portale beschwerlich und intransparent seien. Auch das EVZ warnt vor Zusatzkosten, die die Portale erst im Lauf der Buchungen anzeigen. Juristin Blanke rät deshalb, sich genau zu überlegen, ob man zusätzliche Leistungen braucht. „Manchmal reicht ja zum Beispiel auch das Handgepäck.“ So könnten Verbraucher etwa das Geld für Aufgabegepäck sparen.

Flexibel bleiben und Optionen durchtesten

„Es hilft, mehrere Optionen durchzutesten“, so die Juristin. Mal sei es günstiger, ein Hin- und Rückflugticket zusammen zu kaufen, mal seien zwei One-Way-Tickets billiger. Zudem helfe es, flexible Reisedaten einzustellen, um das günstigste Ergebnis zu finden. „Und auch bei Flügen gilt: rechtzeitig buchen.“

Auch wer beim Flughafen flexibel ist, kann dies bei den Suchkriterien angeben und so mitunter günstiger zum Ziel kommen.

Besser gleich bei der Fluggesellschaft buchen

Das EVZ empfiehlt zudem, bei den Airlines selbst zu buchen. „So hat man nur einen Vertragspartner und weiß, an wen man sich bei Problemen wenden muss.“

Einen ersten Überblick können Flugbuchungsportale und auch -suchmaschinen in jedem Fall geben. Im Unterschied zu den Buchungsseiten leiten die Flugsuchmaschinen übrigens nur an andere Portale weiter. Buchen kann man auf diesen Seiten nicht.

Sparen bei Bahntickets

Neben der gezielten Suche nach günstigen Sparpreisen auf der Bahn-Webseite empfiehlt das EVZ, auch mal andere Strecken einzugeben, über die man fahren kann. In den Einstellungen können Kunden einen bestimmten Ort eingeben, über den sie fahren wollen, und so den Streckenverlauf ändern. „Das dauert dann vielleicht etwas länger, ist aber oft billiger“, betont Blanke.

Auch bei der Buchung eines Bahntickets lohnt es sich nach Angaben der Juristin manchmal, Cookies und Browserverlauf zu löschen. Bei der gezielten Sparpreissuche der Bahn kann man übrigens auch den voreingestellten Haken bei „Schnelle Verbindungen bevorzugen“ entfernen und so vielleicht günstigere Tickets finden.

Weil viele Menschen gerade an den Wochenenden und an Montagen unterwegs sind, lohnt es sich auch bei der Bahn, flexibel bei An- und Abreise zu sein. Und in normalen Zeiten Messetage zu meiden.



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